«« Hausaufgabenkonzept

~ erarbeitet von der Projektgruppe "Hausaufgabenkonzept" (Topp / Denecke / Dietrich / Kortemeier),
beraten in der Dienstbesprechung am 05.11.2008, verabschiedet auf der Gesamtkonferenz vom 12.01.2009 ~


A) Grundsätze
Die Rainald-von-Dassel-Schule räumt den Hausaufgaben einen hohen Stellenwert im Rahmen des Lehr- und Lern- prozesses ein. Grundlage für die Erteilung von Hausaufgaben sind die im Hausaufgabenerlass des Nieder- sächsischen Kultusministeriums vom 16.12.2004 formulierten Vorschriften. Es gelten die zeitlichen Richtwerte für den Sekundarbereich I von 1 bis 2 Stunden pro Nachmittag.
Neben den Übungsformen im Unterricht sind Hausaufgaben eine unverzichtbare Ergänzung des Lernprozesses und geeignet, den Lernerfolg der Schüler durch Üben, Anwenden und Memorieren zu unterstützen.
Hausaufgaben fördern zudem selbständiges Lernen, die eigenständige Beschaffung von Informationen, das alters- gemäße Erschließen von Inhalten bis hin zu eigenen Präsentationen in den Klassen 9 und 10.

B) Stellung der Hausaufgaben im Lehr- und Lernprozess
Hausaufgaben, seien sie nun vorbereitend, nachbereitend, übend oder kreativ, wiederholen und festigen die im Un- terricht erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten. Sie bereiten den Fortgang des Unterrichts vor und unterstützen das Erreichen der Lernziele. Hausaufgaben ermöglichen ein selbst bestimmtes Lerntempo an einem Ort der Ruhe, üben Techniken des langfristigen Memorierens, geben Schülern und Lehrern Informationen über den Stand des Lernpro- zesses und bereiten auf Inhalt und Form von Lernkontrollen vor. Hausaufgaben werden durch Einträge im Klassen- buch dokumentiert. Dabei ist darauf zu achten, dass sie im Blick auf die Tagesbelastung der Schüler so dimensio- niert werden, dass es zu keiner Häufung an bestimmten Tagen im Wochenplan kommt (Absprachen mit Kollegen).
Hausaufgaben werden im Unterricht genau erläutert und ggf. am Beispiel genau erläutert. Dazu ist ausreichend Zeit im Stundenverlauf einzuplanen. Schließlich werden die Aufträge durch die Schüler in ein Aufgabenheft eingetragen.
Die Arbeitsaufträge sollen so gestellt werden, dass sie ohne weitere Hilfen auch von schächeren Schülern bewältigt werden können. An die Möglichkeiten differenzierender Arbeitsaufträge sei an dieser Stelle erinnert.
Die zeitgerechte Anfertigung der Arbeiten wird in der Regel täglich kontrolliert, das Feedback hinsichtlich der Rich- tigkeit der gefundenen Lösungen erfolgt zeitnah durch Besprechen und Vergleichen der Ergebnisse im Unterricht.
Hausaufgaben geben dem Lehrer Informationen über das Arbeitsverhalten, die Gewissenhaftigkeit und Verlässlich- keit des Schülers sowie EInblicke in seine Interessenlage. Sie können somit auch als andere Lernkontrolle in die mündliche Zensur eingehen und eine verlässliche Entscheidungshilfe bei der Beurteilung des Arbeitsverhaltens und der Notenfindung darstellen.
Besonders sorgfältig erstellte oder vorbildliche häusliche Arbeiten einzelner Schüler sollten in der Klasse positiv ge- würdigt werden, um andere Schüler für verbesserte eigene Leistungen zu motivieren. Bei längerfristigen Hausaufga- ben in einem Fach, wie zum Beispiel Referate, Lektüre oder Aufsätze, sollten möglichst keine weiteren Hausaufga- ben in diesem Zeitraum durch die betreffende Fachlehrkraft erteilt werden. Über die Ferien werden an unserer Schule in der Regel keine Hausaufgaben gestellt.

C) Sanktionen
Es ist unser Ziel, die Schüler zu einer konstanten, gewissenhaften Arbeitshaltung zu erziehen. Dazu gehört auch, die Schüler zu befähigen, ihre außerunterrichtliche Zeit eigenverantwortlich zu planen und ihren Tagesablauf mit allen Rechten und Pflichten sinnvoll zu strukturieren. Um diese Ziele zu erreichen, ist es notwendig, das Anfertigen von Hausaufgaben durch Offenlegung von Sanktionen einzufordern.
Die Fachlehrer sind gehalten, eine Strichliste über nicht gemachte Hausaufgaben zu führen. Hat ein Schüler wieder- holt keine Hausaufgaben angefertigt, unterrichtet der Fachlehrer zeitnah und nach Maßgabe der Stundenzahl seines Faches die Eltern des Schülers. Auf eine zahlenmäßig einheitliche Fixierung hinsichtlich der Reaktion auf nicht ge- machte Hausaufgaben muss wegen der unterschiedlichen Handhabung der Fachlehrer und auch im Blick auf die un- terschiedlichen Stundenzahlen einzelner Fächer verzichtet werden. Die Lehrer sind jedoch gehalten, die Eltern über gehäuft nicht gemachte Hausaufgaben zu unterrichten.
Werden Hausaufgaben nicht erledigt, weil sie für den einzelnen Schüler zu schwierig waren, muss er seinen Lö- sungsversuch nachweisen, um keinen weiteren Strich zu bekommen.
Zu Beginn des Schuljahres kontrollieren die Klassenlehrer die Anschaffung eines Hausaufgabenheftes nicht aber die regelmäßige Nutzung dieses Heftes im Verlauf des Schuljahres.
Hausaufgaben dürfen nicht zensiert werden, fließen aber dennoch in die Leistungsbewertung ein.

D) Hilfen und Anregungen für die Zukunft
In der längerfristigen Perspektive ist zu wünschen, dass den Schülern ein fest etabliertes Angebot einer Hausaufga- benhilfe angeboten werden kann. Das Angebot könnte sich insbesondere an Schüler richten, die in einzelnen Fächern Unterstützung und weitere Hilfen brauchen oder eine häusliche Situation haben, die einer ruhigen ungestörten Arbeitsatmosphäre entgegensteht. Ansprechpartner sollten Lehrer sein, die über die eigenen Fächer hinaus Kompetenzen in möglichst vielen Fächern haben.
Alternativ oder zusätzlich könnte ein permanentes Projekt "Schüler helfen Schülern" für die Klassen fünf bis acht ein- gerichtet werden, wenngleich wir uns der Schwierigkeiten angesichts der Situation der vielen Fahrschüler bewusst sind. Die Vorteile dieses Angebotes liegen in der für Schüler positiven Erfahrung, dass nunmehr Mitschüler Ansprechpartner und Helfer sind.
Auch die Helfer können profitieren, da sie sich nochmals mit Inhalten auseinandersetzen müssen, die für sie selbst auch noch relevant sind, auch wenn sie schon längere Zeit nicht mehr im eigenen Unterricht thematisiert wurden.