«« Präventionskonzept

~ erarbeitet von der Projektgruppe "Präventionskonzept" (Brockmann / Garbelmann / Geier / Krüger / Taube),
überarbeitet in der Dienstbesprechung am 28.05.2009, verabschiedet auf der Gesamtkonferenz vom 08.06.2009 ~
» aktualisiert von Fr. Garbelmann am 04.12.2012 «


Präventionskonzept im Überblick

1. Vorwort
Durch das vorliegende Konzept soll die Möglichkeit geschaffen werden, an der Rainald-von-Dassel-Schule Präven- tion systematisch zu betreiben. Die einzelnen, den Jahrgangsstufen angepassten Themen sollen die Grundlage dazu legen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind jedoch nur als ein Teil der pädagogischen Arbeit zu sehen. Für einen nachhaltigen Erfolg ist die Zusammenarbeit von Lehrer/innen, der Sozialpädagogin, Schüler/innen, Eltern und außen- stehenden Fachkräften unerlässlich. Ein gutes Schulklima, das Gefühl des „Gut-Aufgehobenseins“ und eine päda- gogisch gute Betreuung jedes einzelnen Schülers ist unerlässlich für den Erfolg präventiven Arbeitens. Das vor- liegende Konzept greift Themenbereiche auf, die in der Rainald-von-Dassel-Schule für die psychosoziale Ent- wicklung der Schüler/innen als wichtig erachtet werden.


2. Ausgangslage
In den Datenbanken
der polizeilichen Kriminalstatistik lässt sich seit einigen Jahren erkennen, dass es keinen deut- lich erkennbaren Trend sinkender Jugendkriminalität gibt, die Bereitschaft von Jugendlichen anhält, Gewalt einzu- setzen, und die Empathie mit den Opfern eher ab- als zunimmt. Drogen, Alkohol und Zigaretten scheinen im Alltag präsent zu sein, die Sprache und der soziale Umgang miteinander verrohen. Darüber hinaus stellt die wissen- schaftliche Forschung fest, dass Kinder und Jugendliche immer früher mit legalen und illegalen Drogen in Kontakt kommen. Falsche Ernährung und extensiver, unkontrollierter Medienkonsum sind weitere Aspekte, die die Gesund- heit der Kinder gefährden. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Essstörungen oder sich selbst verletzendem Verhalten nimmt ebenfalls zu.
Der Lehrplan der Schulen geht davon aus, dass den Schüler/innen eine möglichst gute Allgemeinbildung vermittelt wird und deren Sozialkompetenz gefördert wird. Die Schüler/innen sollen teamfähig sein, sich mit ihren Meinungen auseinandersetzen und positive Beziehungen zur Umwelt aufbauen. Bei der Erreichung dieser Ziele darf jedoch nicht außer acht gelassen werden, dass verschiedene reale Umwelteinflüsse auf die Schüler/innen einwirken. Prävention setzt an diesem Punkt an und bedeutet, möglichen Fehlentwicklungen vorzubeugen, aber auch, schon gegebene er- wünschte Verhaltensweisen zu stärken und zu fördern. Prävention ist in diesem Sinne ein Mittel, um künftigen Pro- blemen vorzubeugen, Risiken für die Schüler/innen erkennbar werden zu lassen und dadurch zu senken und schüt- zende Faktoren zu stärken.


3.     Zielsetzungen des Konzeptes
Das an der Rainald-von-Dassel-Schule erarbeitete Präventionskonzept enthält einzelne Präventionsbausteine, die es ermöglichen, den Schüler/innen fortlaufend altersgemäße Präventionsimpulse zu geben. Diese langfristig ange- legte Strategie soll eine möglichst effektive Präventionsarbeit ermöglichen. Das Kernziel des Konzepts ist dabei die Steigerung der Lebenskompetenz der Schüler/innen zur Resistenz gegen alltägliche Versuchungen (Alkohol, Rau- chen, Drogen, Gewalt…). Hierbei gilt es, Lernprozesse zu fördern, die die Schüler/innen befähigen, positive und ne- gative Lebenserfahrungen ohne „Ersatzmittel“ (Alkohol, Drogen…) zu akzeptieren. Die Jugendlichen werden unter- stützt, ihre Zukunft konstruktiv zu gestalten. Sie werden in der Entwicklung ihres Selbstbewusstseins gestärkt (Nein- Sagen-Können!) und  ihr Verantwortungsbewusstsein sich selbst und anderen gegenüber wird verdeutlicht. Bei der Präventionsarbeit muss der gesamte Lebensraum der Schüler/innen und deren bisherige Erfahrungen berücksichtigt werden.
Langfristige Ziele sind 

    °      Zunahme des prosozialen Verhaltens (weniger Gewalt, Aggressivität, Mobbing…)
    °      Rückgang destruktiven Umgangs (Ritzen, Essstörungen, Sucht…)
    °      Verringerung konsumbedingter und finanzieller Gefährdungen (Schulden,    Kaufsucht...)
    °      Erkennen von Risiken
    °      Entwickeln von Problemlösungen
    °      Stärkung der Persönlichkeit (Selbstbewusstsein, Verantwortungsgefühl…)

Zu den im weiteren aufgeführten Bausteinen des Konzeptes gibt es detaillierte Beschreibungen und Materialien, die im Lehrerzimmer allen Kolleg/innen zugänglich sind.


4.     Bausteine des Präventionskonzepts
4.1   Soziales Lernen: Wir werden eine Klassengemeinschaft

In den fünften Klassen der Rainald-von-Dassel-Schule kommen die Schüler/innen
aus verschiedenen Grundschulen (Dassel und Markoldendorf) des Umkreises zusammen, so dass sich nicht alle kennen, die von jetzt an zusammen lernen werden. In den Haupt- und Realschulklassen treffen unterschiedliche Erfahrungen und Fähigkeiten aufein- ander, die Auslöser mancher Streitigkeiten und Probleme werden können. So ist es zu diesem Zeitpunkt wichtig, po- sitive Sozialisationsstrukturen aufzubauen, sich als Schüler mit der neuen Schule zu identifizieren. Auch die Eltern sollten hier so bald als möglich mit einbezogen werden.
„Wir werden eine Klassengemeinschaft“ besteht aus drei Projektteilen. Im ersten Teil „Sanfter Übergang“ geht es da- rum, den Schüler/innen das Eingewöhnen in die neue Umgebung zu erleichtern. In diesem Baustein können die Kin- der bereits neue soziale Beziehungen aufbauen.
Auf dieser Grundlage kann die Klasse durch den Baustein „Wir lernen uns kennen“ weiter zu einer Gemeinschaft zu- sammenwachsen. Hier werden sich die Schüler/innen eigener Fähigkeiten und Stärken bewusst, nehmen die Fähig- keiten und Stärken der Mitschüler/innen wahr und suchen sich ihren Platz in der sozialen Gruppe.
Um anschließend im Alltag als Gruppe handlungsfähig zu sein, werden im dritten Teil „Als Gruppe handeln“ ver- schiedene Fähigkeiten eingeübt (z.B. Konflikt- oder Entscheidungsfähigkeit). Bei der Arbeit mit den vorliegenden Materialien sollte immer von der Gruppe und ihren Bedürfnissen ausgegangen werden. So ist es durchaus möglich, einzelne Elemente weiter zu vertiefen bzw. andere fortzulassen.


4.2      "Cool bleiben" -  8-wöchiges Anti-Gewalt-Training
Cool bleiben statt zuschlagen! Bausteine zur Gewaltprävention
Das Projekt „Cool bleiben statt zuschlagen!“ basiert auf der lerntheoretisch orientierten Verhaltenstherapie. Demzu- folge ist gewalttätiges und verbal-aggressives Verhalten das Ergebnis eines Lernprozesses, der durch Prägung der Beziehungspersonen und der Medien entscheidend beeinflusst wird. Demzufolge kann davon ausgegangen werden, dass das Problemverhalten durch neue Lernprozesse verbessert werden kann. An dieser Stelle setzt das Projekt „Cool bleiben statt zuschlagen!“ an. Den Schülern sollen Handlungsalternativen für Konfliktsituationen eingeprägt werden. Die Inhalte des Projektes  werden vorwiegend auf der affektiven Ebene durch erlebnispädagogische und kooperative Übungen und Spiele vermittelt, die den Schülern individuelle Grenzerfahrungen ermöglichen und gleich- zeitig Spaß machen. Durch die Verbindung von kognitiven und affektiven Elementen sollen Lernprozesse angesto- ßen werden, die Kindern und Jugendlichen helfen können, neue Erfahrungen im Umgang mit Konflikten zu machen.

„Cool bleiben statt zuschlagen!“ bietet eine Möglichkeit, Schülern mehr soziale Kompetenzen zu vermitteln, um damit Gewalt im Schulalltag präventiv zu begegnen.
Bei diesem Projekt handelt es sich um ein ganzheitliches Konflikt- training, das zum Ziel hat, gewaltsamen Auseinandersetzungen unter den Schülern vorzubeugen sowie die Klassen- gemeinschaft zu fördern. In Spielen und praktischen Übungen erproben die Schüler neue Verhaltens- und Ge- sprächsmuster, die sie anschließend reflektieren. Das Material besteht aus 14 Einheiten für 28 Unterrichtsstunden.

Struktur der Einheiten:
1. Gefühlsrunde: Die Schule haben die Möglichkeiten, der Gruppe mitzuteilen, wie es ihnen momentan geht.
2. Warming up: Ein kurzes Spiel erleichtert es den Schülern, im Projekt "anzukommen".
3. Interaktion: Durch Spiele und Übungen werden in dieser Phase die wesentlichen Inhalte vermittelt und eingeübt.
4. Abschlussrunde: Die Schüler haben die Möglichkeit, die zurückliegende Einheit zu reflektieren.

Das Projekt „Cool bleiben statt zuschlagen!“ kann als Anfang eines langfristigen Prozesses gesehen werden, der im normalen (Unterrichts-) Alltag immer weitergeführt werden muss.

Quelle: Tilo Benner, Cool bleiben statt zuschlagen!, Horneburg 2006.


4.3      Tabak- und Alkoholprävention „KlarSicht-MitmachParcours“
Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen besuchen den KlarSicht-MitmachParcours der BZgA zur Tabak- und Alkoholprävention. In Kleingruppen erarbeiten sie unter Anleitung von jeweils zwei Schülern der 9./10. Klassen die Inhalte von sechs Stationen zu den Themen Tabak und Alkohol. Der zeitliche Rahmen umfasst pro Klasse eine Doppelstunde und pro Station 15 min. Die Klassenlehrer kündigen die Teilnahme am KlarSicht-Parcours in ihren Klassen an, begleiten diese dorthin und geben Gelegenheit zur Nachbesprechung. (Projektbeschreibung unter 4.8)

 

4.4     Soziales Lernen, Gewaltprävention: "Für Demokratie Courage zeigen" (Im Bedarfsfall)
Das Projekt „für Toleranz und Demokratie – gegen Rassismus und Gewalt“ der DGB-Jugend umfasst nach Mög- lichkeit drei Tage und sollte außerhalb der Schule (z.B. Jugendraum, Gemeindehaus etc.) durchgeführt werden. Da drei Projekttage 15 € pro Teilnehmer/in kosten, liegt die Entscheidung für die Durchführung bei den jeweiligen Klas- senlehrer/innen.
Ziel des Projektes ist es, junge Leute ab der achten Klasse für Toleranz und Demokratie zu interessieren und sich mit autoritären Strukturen, Geschlechterverhältnissen, Gewalt, Rassismus und Rechtsextremismus auseinander zu setzen. Ein tolerantes Miteinander und gegenseitiger Respekt stehen dabei im Vordergrund.
Zwei bis vier von der DGB-Jugend ausgebildete Teamer arbeiten mit den Schülern zu folgenden Themen:

    - Vorurteile
    - Konflikte
    - Konkurrenz
    - (Anti-) Rassismus
    - Rechtsextremismus

Die Durchführung der Projekttage erfolgt ohne das Beisein von Lehrer/innen, eine Vor- und Nachbereitung ist aber unbedingt erwünscht um die Transparenz der Arbeit zu gewährleisten und deren Nachhaltigkeit zu sichern.


4.5     Alkohol und Rauchen
Schulcurriculum Biologie Klasse 6 (Auszug) - Schulbuch: ErlebnisBiologie 1 (Nieders.Schroedel), Seite 158-165

Unterrichtseinheit: Den eigenen Körper verstehen und gesund halten
a) Nichraucher stärken (jahrgang 6)
b) Schönheit und Fitness kritisch betrachtet

Stunden

Inhalte

Methoden,
Medien

Kompetenzbereich
Fachwissen


Die Schüler und
Schülerinnen sollen

Kompetenzbereiche
Erkenntnisgewinnung,
Kommunikation,
Bewertung

Die Schüler und
Schülerinnen sollen...

a.  6

Beeinträchtigung durch Rauchen


Atemweg


Nichtraucher sein und bleiben

- Diagramme
- Statistiken  
- Fotos/Film

Torso
Funktionsmodelle
Verhaltenstraining
„Aktion Nichtraucher“

(Projekt: Schüler für Schüler u.a. Gruppenzwang)

- die Folgen des  Rauchens kennen


- erweiterte Kennt-  nisse über den Bau  und die Funktion
 der Atmung haben

- Grundsätze über
 gesunde Lebens-

 führung haben

- mit einfachen Modellen  arbeiten


- kennen den Weg der Atemluft und wissen, dass Rauchen dem
Körper schadet

-kennen soziale Bedingungen des
Rauchens und zeigen Stärke in dem sie Angebote zum Rauchen ablehnen


S
chulcurriculum  Biologie, Klasse 9 (Auszug) - Schulbuch Schroedel: Erlebnis Biologie 2, Seite 288 ff
Unterrichtseinheit: Sucht und Drogen 

Stunden

Inhalte

Methoden, Medien

Kompetenzbereich, Fachwissen


Die Schüler und
Schülerinnen sollen

Kompetenzbereiche
Erkenntnisgewinnung Kommunikation,
Bewertung

Die Schüler und
Schülerinnen sollen...

Legale Drogen: 

-Rauchen, 
-Alkohol                    

Illegale Drogen

Lehrbuch , Internetrecherche
Film

-die Negativfolgen des legalen Drogen- konsums erläutern

-die physischen und sozialen Folgen des Drogenkonsums
erörtern


4.6     Ausbildung von Bus-Scouts
Aus den achten und neunten Klassen können sich Schüler/innen einmal jährlich zum Bus-Scout ausbilden lassen. Die Ausbildung umfasst ca. 12 Unterrichtsstunden und erfolgt durch einen Polizisten und einen Bus-Fahrer. Die Finan- zierung übernimmt der Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN). Die Bus-Scouts lernen sich ak- tiv für ein besseres Miteinander einzusetzen und für ein angenehmes Klima auf dem Schulweg zu sorgen. Die er- lernten Fähigkeiten können in Zukunft in der Schule, in der Freizeit und später im Berufsleben eingesetzt werden. 
Ein Bus-Scout lernt

- andere durch Gespräche zu überzeugen
- brenzlige Situationen zu erkennen und richtig einzuschätzen
- seine Körpersprache zu seinem Vorteil einzusetzen
- vor Mitschülern selbstbewusst aufzutreten und seine Meinung zu vertreten
- jeglicher Art von Gewalt und gefährlichen Situationen schon im Vorfeld aus dem Weg zu gehen
- unparteiisch zu überzeugen

Durch ihr Auftreten können die Bus-Scouts für mehr Zivilcourage bei ihren Mitschülern sorgen und Verletzungen durch Rangeleien und Sachbeschädigungen vorbeugen. Alle Bus-Scouts erhalten am Ende ihrer Schulzeit ein Zerti- fikat, das ihnen den ehrenamtlichen Einsatz bescheinigt – ein Pluspunkt z.B. für spätere Bewerbungen.


4.7     Ausbildung von Streitschlichtern
Die Sozialpädagogin Frau Garbelmann sowie die Beratungslehrerin Frau Taube haben im Schuljahr 2008/09 ge- meinsam an einer Fortbildung zur Mediatorin teilgenommen und bilden in den Schuljahrgängen 5-10 Streitschlichter aus. Die Streitschlichter, die sich freiwillig zu einer Ausbildung melden, vermitteln anschließend bei Konflikten zwischen den Schüler/innen der Schule. Sie helfen den Konfliktparteien dabei, selbst einen Konsens zu entwickeln. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Streitenden mit selbst erarbeiteten Lösungen stärker identifizieren und diese ihre Beziehungen nachhaltiger verbessern als von außen vorgegebene Lösungen. Die Schüler/innen an der Rai- nald-von-Dassel-Schule sollen durch dieses Verfahren Probleme zunehmend selbstständig und konstruktiv lösen können und dabei vor allem auf macht- oder gewaltorientierte Konfliktlösungen verzichten. Die Mediatoren selbst er- halten zudem mehr Verantwortung für das Schulleben und das Schulklima. Das Angebot, sich für die Mitschüler/innen zu engagieren, schafft sozial-emotionale Entwicklungsmöglichkeiten und Erfahrungen von Selbstwirksamkeit. Als „Gesprächshelfer“ achten die Streitschlichter auf einen angemessenen Umgang miteinander. So praktizieren sie Werthaltungen und grundlegende Kompetenzen wie positive Wertschätzung, einfühlendes Verstehen und aktives Zu- hören. Beide Seiten, also sowohl Streitschlichter als auch Konfliktparteien, profitieren durch die Mediation. In der Praxis werden die Streitschlichter in regelmäßigen Treffen  begleitet durch Frau Garbelmann und Frau Taube. So können anstehende Fragen geklärt und Fälle besprochen werden. 


4.8     Tabak- und Alkoholprävention „KlarSicht-MitmachParcours“ der BZgA
Die Klassenlehrer der Abgangsklassen ermitteln jeweils vier geeignete Schülerinnen und Schüler für die Multiplikatorenausbildung. Diese werden von der Schulsozialpädagogin in einer Doppelstunde angeleitet, zu zweit eine Station im KlarSicht-MitmachParcours der BZgA zu moderieren.
Der 8. Jahrgang besucht klassenweise in Begleitung der Klassenlehrer den Parcours für eine Doppelstunde. In Kleingruppen (4-5 Schüler) erarbeiten die Schüler gemeinsam mit den Moderatoren die Inhalte der sechs Stationen. Die Moderation an einer Station dauert 15 min. pro Kleingruppe, so dass jede Station von jeder Gruppe besucht werden kann. Die Anleitung von Jugendlichen durch Jugendliche ist sehr wirkungsvoll und der Trainingseffekt bei den Anleitern beachtlich.
Der KlarSicht-MitmachParcours wird in der letzten Woche vor den Halbjahres-zeugnissen durchgeführt.



4.9     Projekt: "Elternschaft lernen"
Die Auseinandersetzung mit Themen wie Kinderwunsch, Erziehung und Elternschaft haben in der Schule häufig we- nig Raum. Die Sozialpädagogin D. Garbelmann, sowie die Biologielehrer M. Krüger und C. Geier haben an der Mul- tiplikatorenfortbildung für das Projekt „Elternschaft lernen“ mit dem Einsatz von Baby-Simulatoren teilgenommen und können das Projekt selbständig mit Schülern und Schülerinnen durchführen.
Dieses Projekt umfasst 4 Tage in denen die Schüler und Schülerinnen die Baby-Simulatoren Tag und Nacht „be- treuen“. Neben Aspekten der Schwangerschaftsverhütung werden in dieser Zeit Themen rund um die Elternschaft wie Babypflege, Gesundheit und Entwicklung des Kindes, Beratungsstellen, Mutterschutz, Elterngeld und Elternzeit etc. bearbeitet.
Das Projekt soll in den Abschlussklassen (Realschule 10. Jahrgang, Hauptschule 9. Jahrgang) durchgeführt werden und muss unbedingt auf freiwilliger Basis erfolgen, da die Betreuung der Baby-Simulatoren nicht nur für die Schüler und Schülerinnen eine Herausforderung bedeutet, sondern häufig auch das heimische Fami- lienleben beeinträchtigt wird. Es sollte daher im Rahmen der alljährlichen Projektwoche angeboten werden. Die Baby-Simulatoren können bei pro familia ausgeliehen werden.


4.10     Schuldenprävention: "Haushaltsplanung - Ursachen von Überschuldung"
Für immer mehr Jugendliche besteht eine enorme Diskrepanz zwischen ihren Konsumbedürfnissen und den eige- nen wirtschaftlichen Möglichkeiten. So ist bereits jeder zehnte Jugendliche mit mehr als 1.500 Euro verschuldet. Gründe für diese Entwicklung sind z.B. der stärker werdende Konsumdruck, die Möglichkeiten der indirekten Bezah- lung (Online-Shopping, Warenkredite) sowie die Kostenfalle Handy. Die Schüler/innen werden von Mitarbeitern der Schuldnerberatung für das Thema Geld und Konsum sensibilisiert und zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit Geld angeleitet. Sie sollen angemessene individuelle Konsummuster entwickeln, um langfristig Überschuldung zu vermeiden. Die 90-minütige Unterrichtseinheit wird in den Abschlussklassen gegen Ende des Schuljahres durchgeführt.
Kontakt über Schulsozialpädagogin (ausgebildete Schuldnerberaterin) oder direkt:
Diakonisches Werk Einbeck – Schuldnerberatung, Tel. 05561/1350



4.11     Soziales Lernen: Patenschaften der Zehntklässler für die Fünftklässler
Zu Schuljahresbeginn wird von den Klassenlehrern für jeden Fünftklässler ein Zehntklässler als Pate bestimmt (per Los). Dabei übernimmt die H10 die H5, die R10a die R5a und die R10b die R5b um den Schülern den Einstieg ins neue Schulleben zu erleichtern. Eine kontinuierliche Begleitung durch das 5. Schuljahr entlastet die Lehrkräfte, unter- stützt die Fünftklässler und bietet den Zehntklässlern eine verantwortliche Position gegenüber anderen Schülern.


4.12     Der  "No-Blame-Approach" (Im Bedarfsfall)
Der „No-Blame-Approach“ ist eine Anti-Mobbing Bearbeitungsmethode, um Mobbing zu stoppen. Die Akteure des Mobbings werden bei dieser Methode nicht für ihre Handlungen bestraft, sondern sie werden als „Experten“ für die Lösung des Problems eingebunden. Bei auftretenden Mobbingfällen sollten sich die Lehrkräfte der RvD-Schule an die den Prozess initiierende Personen wenden: die Sozialpädagogin Frau Garbelmann oder die Beratungslehrerin Frau Taube, die beide im Schuljahr 2008/09 eine Fortbildung zum „No-Blame-Approach“ gemacht haben.
Im ersten Schritt geht es in dem Verfahren darum, in einem Gespräch das Vertrauen des Mobbingopfers für die ge- plante Vorgehensweise zu gewinnen und die Situation zu klären (Welche Schüler/innen sind beteiligt?).

In einem zweiten Schritt erfolgt das Gespräch mit der Unterstützungsgruppe. Sie bekommt die Aufgabe, der Sozial- pädagogin/ der Beratungslehrerin zu helfen und in ihrer Verantwortung liegt die Auflösung des Mobbing. Zu dieser Unterstützungsgruppe sollten folgende Personen gehören: Täter/innen, Mitläufer/innen zur einen Hälfte und Unbe- teiligte zur anderen Hälfte (6-8 Schüler/innen insgesamt).

Bei diesem Treffen werden gemeinsam Lösungen für das Problem entwickelt und die Verantwortung wird dann der Gruppe übergeben. Ein nächstes Treffen, ca. zwei bis drei Wochen später, wird abschließend vereinbart.
In Ein- zelgesprächen finden dann nach der vereinbarten Zeit Gespräche mit allen Beteiligten statt, um abzuklären, wie sich die Dinge entwickelt haben. Diese Einzelgespräche nehmen die Schüler/innen direkt in die Verantwortung und ver- hindern in der Regel, dass die alten Muster wieder aufgenommen werden.