«« Vertretungskonzept

~ erarbeitet von der Projektgruppe "Vertretungskonzept" (Mispagel / Voß / Frau Herberg),
beraten in der Dienstbesprechung am 05.11.2008, verabschiedet auf der Gesamtkonferenz vom 12.01.2009 ~


I. Basis-Leitlinien des Vertretungsunterrichts:
Die Schülerinnen und Schüler an der Rainald-von-Dassel-Schule sollen Unterricht möglichst in dem Umfang und in der Qualität erhalten, wie es vorgesehen und geplant ist. Daher ist es oberster Grundsatz, dass Unterricht in der Re- gel vertreten wird und nicht ausfällt. Abgesehen davon, dass dieser Grundsatz im Hinblick auf unterrichtliche Überle- gungen wichtig ist, so muss auch berücksichtigt werden, dass viele der Schülerinnen und Schüler Fahrschüler sind und dass somit Abweichungen vom Stundenplan auch veränderte Busfahrzeiten mit allen Flogeproblemen nach sich ziehen würden.

II. Konkrete Aufgaben/Konzepte:
1.) Vertretungsregelungen bei längerfristigem Unterrichtsausfall von Fachlehrern werden vom Schulleiter und der Konrektorin vorgenommen. Sie beziehen einzusetzende Fachlehrer in ihre Überlegungen mit ein.

2.) Bei längeren Krankheiten von Fachlehrern versucht der Schulleiter, eine geeignete "Feuerwehrkraft" einzustellen oder die Abordnung einer Lehrkraft von einer benachbarten Schule zu erwirken. Diese Ersatz-Lehrkraft müsste den anstehenden Unterrichtsstoff anstelle der ausgefallenen Lehrkraft unterrichten. (Das setzt selbstverständlich voraus, dass die ausgefallene Lehrkraft eine Jahresplanung aufgestellt hat, die der Ersatzlehrkraft übermittelt werden kann. Im Optimalfall kann die ausfallende Lehrkraft sogar Unterrichtsmaterialien übergeben, um der Ersatz-Lehrkraft den Einstieg zu erleichtern.)

3.) Erreicht der Schulleiter es nicht, eine externe Ersatz-Lehrkraft für die Schule zu gewinnen, so stellen Schulleiter und Konrektorin den ursprünglichen Stundenplan der Schule so um, dass die entstehenden Lücken schulintern mög- lichst gleichmäßig verteilt werden und nicht eine Einzelklasse besonders starke Belastungen zu ertragen hat.
Beispiel: Fällt eine Lehrkraft aus, die als Klassenlehrer drei oder vier Fächer in einer Klasse unterrichtet, so bleiben diese Unterrichtsfächer möglichst nicht unvertreten, sondern ein Vierstundenfach wird immerhin mit zwei oder drei Stunden unterrichtet, wofür in einer anderen Klasse ggf. ebenfalls eine Kürzung des Unterrichts notwendig wird.
Da auf diese Weise nicht der gesamte Unterrichtsstoff des Schuljahres in den betroffenden Fächern vermittelbar ist, entscheiden der ausfallende Lehrer und die Ersatz-Lehrkraft in Absprache mit der entsprechenden Fachkonferenz und der Schulleitung, welche Themen ggf. ausfallen müssen und ob ggf. die Anzahl der zu schreibenden schriftlichen Arbeiten reduziert werden muss.

4.) Wenn die Unterrichtsversorgung der Schule es nach Wiedereintritt der ausgefallenen Lehrkraft erlaubt, soll versucht werden, den evtl. ausgefallenen Stoff duch zusätzlich erteilte Stunden nachzuarbeiten.

5.) Bei Unterrichtsausfall durch absehbare Veränderungen, wie z.B. längere Fortbildungslehrgänge einer Lehrkraft, Kuraufenthalt, Operationen mit Rehabilitationsmaßnahmen, Begleitung von Betriebspraktika, Klassenfahrten erstellt die Schulleitung einen Vertretungsplan, der die unter 2.) und 3.) aufgeführten Überlegungen berücksichtigt.

III. Vertretungsunterricht bei kurzfristig entstehendem Unterrichtsausfall
1.) Die täglichen, kurzfristigen Vertretungsregelungen werden von der Konrektorin nach festgelegten Grundsätzen vorgenommen. (Im Krankheitsfall erledigt der Schulleiter diese Aufgaben. Bei Ausfall beider Schulleitungs-Mitglieder bestimmen diese rechtzeitig eine erfahrene Ersatzperson. Zum Stand 2008 ist dies Frau Taube, die als ehemalige kommissarische Konrektorin über Erfahrung verfügt.)

2.) Die Konrektorin erstellt anhand ihrer Unterlagen halbjährlich eine statistische Auflistung, die einen Überblick verschafft über die Anzahl der unersetzt ausgefallenen Stunden (absolute Zahlen und prozentualer Anteil an der Ge- samtunterrichtsstundenzahl der Schule).

 3.) Kurzfristiger Unterrichtsausfall und somit Vertretungsnotwendigkeit sollen grundsätzlich nur durch unabwendbare Ereignisse wie Krankheit, Unfall etc. entstehen. Der Abbau von Plusstunden durch Kollegen soll grundsätzlich länger- fristig geplant sein und nicht spontan vorgenommen werden. Einzelne Abbau-Stunden besprechen Kollegen mit der Konrektorin, bei dem Wunsch, mehrere Unterrichtsstunden abzubauen, ist der Schulleiter anzusprechen.

4.)  Grundsätzlich werden alle Stunden von der 1. bis zur 5. Stunde (einschließlich) im Bedarfsfall vertreten. Die 5. Stunde fällt nur in dem Falle aus, dass in der 6. Stunde kein Unterricht mehr stattfindet. Die 6. Stunde kann bei Leh- rerkrankheit  ohne Vertretung ausfallen. Im (sehr seltenen) Fall, dass in einer Klasse sämtliche Unterrichtsstunden vertreten werden müssen, so werden mindestens die ersten 4 Unterrichtsstunden vertreten, wenn sich die Vertre- tungsnotwendigkeit von einem zum anderen Tag ergibt. Sollte mehrere Tage vorher bekannt sein, dass in einer Klasse während des gesamten Vormittags Vertretungsunterricht notwendig wäre, so kann die Schulleitung entscheiden, die Klasse während eines ganzen Tages zu Hause zu lassen. Die Eltern werden dann rechtzeitig von diesem Schritt informiert.

5.) Schüler sollen grundsätzlich sämtliche Materialien aller im regulären Stundenplan vorgesehenen Fächer zur Schu- le mitbringen, damit Vertretungslehrer auf diese Materialien zurückgreifen und mit ihnen arbeiten lassen können.

6.) Zur Vertretung werden Lehrkräfte herangezogen, die "Springstunden" haben. Auch eine Stunde vor und eine Stunde nach regulärer Unterrichtszeit kann eine Lehrkraft zur Vertretung eingesetzt werden.

7.) Die vertretenden Lehrkräfte sollen möglichst
      a) die Klasse kennen und in ihr unterrichten oder
      b) (wenn sie die Klasse nicht kennen) das ausfallende Fach unterrichten.
      c) Nur im "Notfall" sollen Lehrer eingesetzt werden, die die Klasse nicht kennen und das ausfallende Fach nicht   
          unterrichten.
Im Fall a) kann der Vertretungslehrer in der Vertretungsstunde Stoff seines eigenen Faches unterrichten, kann aber auch den ausfallenden Stoff bzw. Stoff des Faches behandeln.
Im Fall b) kann der Vertretungslehrer den Stoff des ausfallenden Faches bzw allgemein Stoff des Faches behandeln.
Im Fall c) bemüht sich der Vertretungslehrer darum, Stoff aus dem ausfallenden Fach mit Hilfe von bereitgestelltem Unterrichtsmaterial (siehe 8.) von den Schülern bearbeiten zu lassen oder er nutzt die Stunde für sinnvolle Basis- übungen in anderen Unterrichtsfächern (z.B. Rechtschreibungen, Anwenden der Grundrechenarten etc.)

8.) Kann eine Stunde nicht durch eine freie Lehrkraft ersetzt werden, da keine Lehrkraft unterrichtsfrei hat, erfolgt eine Stillbeschäftigung der Lerngruppe. Eine benachbarte Lehrkraft, die nach Rücksprache mit der Klassen- oder Fachlehrkraft eine Aufgabe erteilt, wird zur Aufsicht eingeteilt. Nur in Ausnahmefällen kann eine Klasse oder Lern- gruppe (Wahlpflichtkurs) auch in die Pausenhalle zur Stillbeschäftigung gesetzt werden. Dies kann nur dann erfolgen, wenn eine Beaufsichtigung sichergestellt ist (beispielsweise durch andere Lehrkräfte, den Schulassistenten, den Hausmeister oder die Schulsozialpädagogin).

9.) Damit möglichst in dem Fach, dessen Lehrkraft durch Krankheit o.ä. ausfällt, fachbezogen gearbeitet werden kann, muss Unterrichtsmaterial bereit stehen, das sich Vertretungslehrer schnell und zielsicher nehmen, vervielfälti- gen und im Vertretungsunterricht behandeln können.
Die Fachkonferenzen aller Fächer stellen bis zum Schuljahresende 2008/09 Arbeitsblätter je Fach und Jahrgang zu- sammen, die sich auf die in den Arbeitsplänen festgelegten Unterrichtsinhalte beziehen und ohne große Vorkenntnisse auch von fachfremd unterrichtenden Lehrkräften spontan einsetzbar sind. Je Jahrgang und Fach soll eine umfangreiche Anzahl von Arbeitsblättern bereitgestellt werden. (Beispiel für Jahrgang 8 Realschule im Fach Deutsch: 4 Arbeitsblätter Rechtschreibung, 4 Arbeitsblätter Zeichensetzung, 4 Arbeitsblätter Übungen zur Inhaltsan- gabe, 2-3 Kurzgeschichten, etc.)

10.) Mehr- oder Minderzeiten, die durch geleistete Vertretungsstunden oder Stundenabbau entstanden sind, sollen am Ende des Schulhalbjahres 40 Unterrichtsstunden nicht überschreiten.